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Zerf
Wo die Ausläufer des Osburger und Schwarzwälder Hochwald sich in Ihren westlichen Teilen fast berühren, liegt Zerf am Knie der Ruwer, dort wo der Fluß, der zwischen beiden Hochwaldzügen bisher in westlicher Richtung munter seines Weges zog, plötzlich in einenm scharfen Bogen nach Norden abbiegt.
Dem von den ringsrum liegenden Höhen nach Zerf kommenden Besucher öffnet sich ein Blick auf ein idyllisches Tal, das von der Ruwer durchflossen wird und an deren beiden Seiten Niederzerf liegt. In östlicher Richtung schließt sich Frommersbach an.
Richtet man den Blick von den Höhen nach Süden, erschließt sich in einem weiten breit ausgedehnten Tal das bis zu den Hängen aufsteigende Oberzerf, durch das der Großbach sich geruhsam weiter bis Niederzerf und dort hindurch in die Ruwer schlängelt.
Die reizvolle Mittelgebirkslandschaft des Hunsrück mit seinen schier endlosen Laub- und Nadelwäldern in den Höhenlagen zwischen 350 und 630 Metern über NN, die reine gesunde Hochwaldluft und das milde gesunde Klima laden zu jeder Jahreszeit zur echten Erholung ein. Zerf ist ein staatlich anerkannter Erholungsort in landschaftlich herrlicher, waldreicher und gesunder Höhenlage.
Funde aus frühesten Kulturen zeigen, daß der Zerfer Hochwald schon seit Jahrhunderten besiedelt war. Prunkstücke des Altertums sind die Bronzegefäße und der Goldschmuck etruskischen Ursprungs aus dem Zerfer Fürstengrab, von etruskischen Händlern aus Italien zu den in Zerf siedelnden Kelten gebracht.
Aus der Römerzeit wurden Ruinen ehemals prächtiger Landhäuser und eine stattliche Anzahl von Münzen, Schmuck, Waffen und sonstigen Geräten gefunden.
Karl der Große schenkte 802 die Siedlung Zerf der Trierer Kirche. Das Trierer Stift St. Paulin hat bis 1802 als größter Gutsherr Zerf geprägt. Zu den Nöten des 30-jährigen Krieges kamen noch Hungerjahre durch Mißernten hinzu. 1816 fiel Zerf mit einer eigenen Bürgermeisterei zu Preußen. Und wieder folgten harte Jahre und Notzeiten. Viele Zerfer mußten ihren Unterhalt als Nah- und Fernpendler verdienen.
Erst nach der Währungsreform ging es allmählich aufwärts. In den fünfziger Jahren war das Sozialgefüge noch dörflich-ländlich geprägt. In den sechziger Jahren trat dann ein Strukturwandel ein. Viele Menschen lösten sich aus dem ländlichen Lebenskreis und fanden auswärts eine feste Arbeitsstelle.
örtliche Einrichtungen
Kindergarten, Grund- und Hauptschule, Regionalschule, Heimatmuseum, Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes, zwei Kath. Kirchen, vier praktizierende Ärzte, zwei Zahnärzte, Apotheke, Sporthalle, Tennisanlage mit drei Plätzen, zentraler Sportplatz, Minigolfanlage, Campingplatz,
Staatlich anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde.
Fakten und Zahlen:
Ortsbürgermeister
Manfred Rommelfanger, Am Mühlenberg 15, 54314 Zerf
Einwohner und Fläche
Einwohner: 1.698 - Stand 30.11.07
Gemarkung: 2.888 ha, davon 2.055 ha Wald, 653 ha landwirtschaftliche Nutzfläche
Entwicklung der Einwohnerzahl:
* 1815 – 576
* 1835 – 965
* 1871 – 1.033
* 1905 – 1.010
* 1939 – 1.128
* 1950 – 1.156
* 1961 – 1.461
* 1965 – 1.462
* 1970 – 1.542
* 1975 – 1.460
* 1980 – 1.396
* 1985 – 1.364
* 1987 – 1.400
* 1990 – 1.563
* 1995 – 1.624
* 2000 – 1.630
* 2005 – 1.602
Koordinaten
Breite 49° 36′ 3.73″ N
Länge 6° 41′ 17.53″
Verbandsgemeinde
Kell am See
Veranstaltungen