„Pidde“ gnadenlos - Schneifel krallt sich oben fest
- SG Hochwald

- vor 2 Tagen
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Hochwald zerfällt beim 2:5 in fünf Minuten

[mibu] Stadtkyll erlebte an diesem Abend ein Fußballspiel, das vieles bot, was die Rheinlandliga so besonders macht. 200 Zuschauer sahen eine Partie auf seifigem Geläuf, die nach dem Ausgleich wieder offen war, ehe die SG Schneifel in einer furiosen fünf Minuten Phase alles klar machte. Am Ende stand ein 5:2-Heimsieg, der die Roten auf Platz zwei katapultiert. Schneifel krallt sich oben fest und Hochwald dagegen musste sich eingestehen, die entscheidenden Tore zu leichtfertig hergeschenkt zu haben.
Schneifel setzt das erste Ausrufezeichen
Beide Teams verzichteten zunächst auf lange Ballpassagen und versuchten, mit halblangen Bällen Druck aufzubauen. Die Roten fanden schneller die Balance zwischen Risiko und Kontrolle.
In der 8. Minute schlug es erstmals ein: Ein schneller Umschaltmoment über Nicolas Görres, ein scharf hereingebrachter Ball und „Mr. Eifelturm“ Jan Pidde, spritzte in bester Torjägermanier dazwischen. Sein 21. Saisontor, eiskalt und präzise ins lange Eck abgeschlossen. Schneifel bekam dadurch Sicherheit, spielte zielstrebiger und druckvoller.
Der zweite Treffer in der 33. Minute war dagegen umstritten. Pidde lief aus vermeintlicher Abseitsposition frei auf Keeper Johannes Bettendorf zu und vollendete mühelos. Hochwald haderte zurecht, denn die Linienrichter ließen Referee Adrian Ax in mehreren Szenen auf beide Seiten allein, was seiner Souveränität sichtbar schadete.
Hochwald zeigt Moral und kommt zurück
Trotz des Rückschlags zeigte Hochwald Charakter. Tobias Lenz setzte sich auf der rechten Seite stark durch, legte mustergültig zurück auf Andy Paulus, der aus 16 Metern flach einschob (39.). Keeper Kuziol war zu spät unten und plötzlich war wieder Spannung im Spiel. Kurz darauf hatte Lenz sogar die große Ausgleichschance, als er alleine auf Kuziol zulief, attackiert wurde und zu Fall kam. Der Pfiff blieb aus, sehr zum Unmut der Gäste.
Mit dem 2:1 ging es in die Pause und die Blauen Hochwälder kamen mit breiter Brust aus der Kabine. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff belohnte sich Hochwald für den mutigen Auftritt vor der Pause. Nach einem Ballgewinn von Mätti Burg schickte dieser Louis Baldes auf die Reise. Der blieb nervenstark und schob zum 2:2 ein (50.). Hochwald jubelte und Schneifel wirkte kurzzeitig verunsichert, schüttelte sich rasch und dies mit großer Gästeunterstützung erfolgreich. Moralisch hätte Hochwald am Drücker sein müssen, doch was dann folgte, war aus ihrer Sicht ein bitterer Albtraum. Zwischen der 66. und 72. Minute kippte die Partie komplett. Zuerst rutscht Keeper Bettendorf ein 35-Meter-Freistoß von Dans Spruds auf dem glatten Untergrund durch die Hände. Es folgt in der 69. Minute ein grober Abspielfehler im Aufbau und Pidde schaltet am schnellsten und hämmert den Ball zum Dritten humorlos unter die Latte. Ein von Yannik Moitzheim in der 72. Minute sicher verwandelter Foulelfmeter besiegelte innerhalb fünf Minuten die Niederlage. Schneifel spielte locker das Spiel zu Ende und Wohl dem, der einen Jan Pidde in seinen Reihen hat.
Die Roten feierten einen am Ende verdienten Sieg, der sie auf Platz zwei katapultiert. Sie gehören somit endgültig zu den Top Drei und haben noch alle Mitkonkurrenten vor den Augen und somit alles in den eigenen Füßen. Diese Unaufgeregtheit und Lauf können ihre Träume verwirklichen lassen. Hochwald dagegen muss die Punkte gegen ihre Konkurrenten sammeln. Der Wille ist da, doch individuelle Fehler und kurze Blackouts kosten die Mannschaft regelmäßig wertvolle Zähler.
Bereits am Mittwoch geht es für beide Teams weiter: Schneifel reist zum Derby nach Arzfeld, während Hochwald Eintracht Trier empfängt. Beiden Mannschaften viel Erfolg.
SG Schneifel: Dennis Koziol, Alexander Zapp, Philipp Bück (83. Giovanni Vacca), Davis Spruds, Dans Spruds, Nicolas Görres (82. Giovanni Vacca), Simon Reetz, Philipp Bauer, Jan Pidde, Michael Zeimmes (64. Yannik Moitzheim), Pascal Krämer
Trainer: Stephan Simon
SG Hochwald 2023: Johannes Bettendorf, Dylan Diop, René Mohsmann, Matthias Burg (90. Marc Steffes), Tobias Lenz, Andre Paulus, Till Weber, Roan Webel (76. Robin Mertinitz), Nils Hemmes (90. Tim Lübbers), Elias Stelker (77. Patrick Dres), Louis Baldes (82. Linus Merling) - Trainer: Fabian Mohsmann
Schiedsrichter: Adrian Ax (Oberzissen) - Zuschauer: 200
Tore: 1:0 Jan Pidde (8.), 2:0 Jan Pidde (33.), 2:1 Andre Paulus (39.), 2:2 Louis Baldes (50.), 3:2 Dans Spruds (66.), 4:2 Jan Pidde (69.), 5:2 Yannik Moitzheim (72.)



